Buchempfehlungen
Es sind zahlreiche Bücher über den ersten Weltkrieg entstanden. Hier eine kleine Empfehlungsliste:

Deutschland, Roman, 1928. Das Buch beschreibt die Armee- und Fronterlebnisse des jungen Kriegsfreiwilligen Paul Bäumer und seiner Kameraden im Ersten Weltkrieg, der schließlich am Ende des Romans fällt, an einem Tag, der so ereignislos ist, daß sogar der Heeresbericht schreibt, im Westen gäbe es nichts Neues. Bei seinem Erscheinen lösten sowohl Roman im damaligen Deutschland einen Skandal aus. Remarque bschrieb den Krieg als sinnloses Gemetzel, das Wahnsinn, Traumatisierung und Defätismus auslöst und einer ganzen Generation die Jugend und Zukunft gestohlen hat. Remarque prägte den Ausdruck der "verlorenen Generation", einer Generation, die vom Krieg zerstört wurde, auch wenn sie diesem physisch entkam. Damit machte sich Remarque zum Feind der Nationalsozialisten, die die Wiederaufrüstung des deutschen reiches und damit auch die Kriegsbegeisterung vorantreiben wollten. 1933 wurden während der Bücherverbrennungen zahlreiche Bücher Remarques verbrannt. - verfilmt, siehe Filmtipps.
Hier die digitale Ausgabe von 1928.

Deutschland, Bericht, basierend auf Tagebuchaufzeichnungen, 1920. Jünger beschreibt in diesem Buch seine Erlebnisse als Soldat, Offizier und Stosstruppführer. Das Buch endet mit der Verleihung des höchsten Ordens der damaligen Zeit, des "pour le merite", nach einer schweren Verwundung, an Jünger. Das Werk zählt als ein Vertreter des "Soldatischen Nationalismus" und wird deshalb oft als krigsverherrlichend geschmäht. Wer allerdings das Buch auch liest, erkennt, daß Jünger keinesfalls den Krieg als sochen verherrlicht. Die Darstellungen des Kämpfens, verwundet werdens und Sterbens stehen in ihrer Klarheit und Brutalität in keinster Weise den anderen Anti-Kriegsbüchern nach. Jünger zieht nur andere Schlüsse: für ihn ist der Krieg eine Naturgewalt (wie ein Gewitter aus Stahl), die den Menschen, der in diese Gewalt hineingezogen wird, wie in einem Stahlwerk "ausglüht", formt und schmiedet. Was für Remarque der Höhepunkt der Sinnlosigkeit darstellt, ist für Jünger eine höhere, weil menschengemachte, Form der Naturgewalt, die in einer Art Ausleseprozess nur den Menschen überleben lässt, der das "Walzwerk der Front" übersteht und von diesem geformt wird. Dieser technokratische Blick, gerade bei den Beschreibungen des Trommelfeuers an der Somme, in der ganze Einheiten spurlos verschwinden, durch Artillerie wie in einer geologischen Schicht die Leichen der jeweiligen, vorher im Graben eingesetzten und dort gefallenen Einheiten freigelegt werden, in der Tote als Wegmarkierungen dienen und im Trommelfeuer das Schlachtfeld zur einsamen Wüste wird, in dem sich wie in einer Erscheibnung zufällig Überlebende treffen, um auf nimmerwiedersehen sich zu trennen, erschafft eine so extrem unheimliche und abgründige Atmosphäre, die den Schrecken der Kriegsbeschreibungen eines Remarque sogar noch in den Schatten stellt.
Hier die digitale Ausgabe von 1922

Deutschland, Taktische Abhandlung des Infanterieeinsatzes im ersten Weltkriegs, 1937. Ein vollkommen anderes Buch: Rommel beschreibt Gefechte, an denen er im Ersten Weltkrieg zunächst als Leutnant des Infanterie-Regiments „König Wilhelm I.“ (6. Württembergisches) Nr. 124 und später als Kompanieführer im Württembergischen Gebirgsbataillon teilnahm.
Das Buch handelt hauptsächlich von Bewegungstaktik, Einsatz von MG und Aufklärung, Verhalten der Truppe beim Marsch, im Angriff, in der Verteidigung und im Lager, wobei Rommel auch persönliche Erfahrungen, Erlebnisse und Meinungen einfließen lässt. Jedes Kapitel endet mit einer kritischen Betrachtung der eigenen Handlungen und Entscheidungen und diskutiert diese bzw. zieht seine Lehren daraus.
Die Kampfhandlungen finden hauptsächlich im Balkan und an der Isonzofront statt. Zahlreiche Skizzen und Bildbeschreibungen runden die Texte ab. Eine Mischung aus taktischer Lehre und Erlebnisbericht, die den Einsatz der Infanterie und den persönlichen Einsatz und die Belastung des Kompanieführers im modernen Infanteriegefecht in einer ganz anderen Perspektive als den Grabenkampf darstellt, nämlich im Einsatz als hochmobiler Angriffs- und Stoßtrupp.
"Krieg ist der Titel eines Romans von Ludwig Renn (Arnold Friedrich Vieth von Golßenau). Der Roman erschien 1928 in der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Grundlage des Romans sind Aufzeichnungen des Autors aus den 1920er Jahren über seine Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges. In den Jahren von 1924 bis 1928 suchte er vergeblich einen Verlag für sein Manuskript. Bevor der Roman dann 1928 als Buch veröffentlicht werden konnte, erschien er in 34 Teilen in der Frankfurter Zeitung. Im gleichen Jahr wie Renns Krieg kam auch Arnold Zweigs Roman Der Streit um den Sergeanten Grischa heraus; beide Romane waren international erfolgreich. In Renns Roman werden nationalistische Phrasen, welche die Jugend Europas auf die Schlachtfelder lockten, Lügen gestraft. Renn schreibt im Nachwort einer Ausgabe seiner Bücher Krieg und Nachkrieg: „Man hatte uns in der Familie, in der Schule und beim Militär vieles erzählt: über die nationalen Pflichten eines Mannes, vom Heldentum und der erhebenden Wirkung des Einsatzes des Lebens im Kriege. Aber als wir an die Front kamen, da zeigte sich all das nur als ein leeres Geschwätz.“
Inhalt
In diesem autobiografischen Roman schildert der Autor den Ersten Weltkrieg aus der Sicht des Gefreiten (der im Verlauf des Krieges bis zum Vizefeldwebel aufsteigt) Ludwig Renn – diesen Namen sollte der Autor später selbst annehmen. Die Erlebnisse dieses Soldaten des sächsischen Leibgrenadierregiments 100 werden sprachlich sehr einfach, unreflektiert und tagebuchartig geschildert. Der Roman beginnt mit dem Eisenbahntransport des Regiments von Dresden an die Westfront. Geschildert wird das Kriegsgeschehen von den Grenzschlachten in Belgien und Nordfrankreich und der Schlacht an der Marne (1914) mit anschließendem Rückzug 1914 über den Stellungskrieg der Folgejahre mit der Sommeschlacht 1916, der Schlacht an der Aisne (1917) und der Deutschen Frühjahrsoffensive 1918. Der Roman schließt mit dem Rückmarsch des Regiments nach dem Waffenstillstand 1918.
Rezeption:
Weiterlesen: Krieg - Ludwig Renn

Hundert Jahre sind seit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs inzwischen vergangen. Die Eisenbahnen spielten in dem schrecklichen Drama eine herausragende Rolle. Von ihnen hing der Erfolg der Operationen ab, da sie die unendlichen Truppen- und Materialtransporte zur Front bewältigen mussten. Neue Bahnlinien mussten gebaut, zerstörte Linien wieder fahrbar gemacht werden. Hinter der Front entstand ein dichtes Netz von Feld- und Förderbahnen, an steilen Hängen in den Vogesen wurden Drahtseilbahnen errichtet.
Weiterlesen: Kriegsbahnen im Oberelsass 1914-1918 (Buch von Jürgen Ehret)