Im Annuaire de la Société d'Histoire du Sundgau aus dem Jahr 1949 befindet sich dieser kurze Bericht von Charles Zumstein über ein Soldatengrab bei Stetten:

Eine Kriegserinnerung bei Stetten.

Rechts an der Straße nach Niedermagstatt, am vierten Kirschbaum jenseits des nach Uffheim führenden Weges, ist ein Kreuz eingeschnitten, und darunter das Datum 9.8.1914. Es bezeichnet die Stelle, auf der am 9. August 1914 ein Chasseur à Cheval, der auf dem Gottesacker von Stetten bestattet wurde, seinen Tod fand. Dieses Datum wurde von dem damaligen Cantonnier in die Rinde des Baumes eingeschnitten.

Bei dem Toten handelt es sich um den 20 jährigen Maximin Thévenin, dessen Grabstein sich heute noch auf dem Friedhof von Stetten befindet.

Zumstein hatte ihm zu Ehren das folgende Gedicht verfasst:
(Quelle: Annuaire de la Société d'Histoire du Sundgau 2012)

"Der letzte Ritt. Zum Tode der ersten französischen Patrouille in unserer Gegend.

Ein Sonntag ist's, ein schöner Tag; -
Auf Flur und Hein, auf Busch und Hag
Liegt gold'ner Sonnenschein. -
Ein junger Reiter frohgemut,
Ein frisch, ein keck Franzosenblut,
Jagt über Stock und Stein. -

Der Karabiener in der Hand,
Zum Schüss bereit; - für's Elsassland
Er reitet in den Krieg. -
Das Zaumzeug klirrt, der Falbe schäumt; -
Der Reitersmann, er sinnt und träumt, -
Er träumt von Kampf und Sieg. -

Du frisches, junges Reiterblut,
Pass auf ! - der Feind schiesst, scharf und gut
Und weithin reicht sein Blei! -
Schon winkt der Tod! - nimm dich in acht !
Nun ist's zu spät! - es blitzt, es kracht !
Und aus ist's, und vorbei ! -

Und wie die Sonne sinkt hinab,
Man auch den Reiter senkt ins Grab,
In stillen Friedhofs Mitt'. -
Der Brave, hier im Elsassland,
Nach kurzem Kampfe Ruhe fand, -
Es war sein letzter Ritt!

9. August 1914"