Der berühmte Jagdflieger beschreibt hier in einem autobiographischen Werk seinen militärischen Werdegang und seine erfolgreiche fliegerische Karriere mit 80 Abschüssen gegenerischer Flugzeuge. 

Das Buch hinterläßt gemischte Grfühle, denn der Autor beschreibt sein blutiges Handwerk eher wie einen fröhlichen Jagdausflug. Der Grundton des stets ritterlichen, überlegenen Fliegerhelden und das Ausblenden der Realität, nämlich Tod, Verwundung, Absturz, Verbrennen und Zerschmettern in aus heutiger Sicht abenteuerlichen Flugmaschinen wirkt in unserer kritische Zeit eher fremd.

Wobei jedoch gerade in Anbetracht des technischen status quo des damaligen Flugzeugbaus mit seinen aus heutiger Sicht gigantischen Unzulänglichkeiten und Unzuverlässigkeiten, die persönliche Leistung des einzelnen Jagdfliegers in seiner stoffbespannten Sperrholzzelle gar nicht hoch genug bewertet werden kann.

Man muß auch wissen, daß dieses Werk nicht ganz freiwillig geschrieben wurde, denn der junge Kampfflieger, der dem zunehmend weniger kriegsbegeisterten Volk mit den Schrecken und dem Verrecken im Schützengraben als strahlender, makelloser Held der Lüfte entgegengestellt wurde, musste hier seinen Beitrag zur Kriegspropaganda leisten. Er selbst hatte dieses Ansinnen stets abgelehnt, wurde aber dazu befohlen.

Nach seiner schweren Verwundung im September 1917 wurde das Buch fertiggestellt und nach Kontrolle und Zensur durch die kaiserliche Nachrichten- und Presseabteilung durch den Kriegsberichtserstatter, Journalisten und Hauptmann a.D. Erich von Salzmann in ein sich flüssig und locker lesendes Buch glattgebügelt. 

Leider ist das Original-Manuskript von von Richthofen nicht überliefert geblieben, so daß sich leider Schein und Wirklichkeit nicht mehr auseinanderdividieren können. 

Trotzdem ein leseswertes Buch, im Stile der rauschenden Kriegsromantik mit dem jauchzenden Sterben auf grüner Heide - auch von Richthofen hat ja leider schließlich sein Schicksal im viel zu jungen Alter von 26 Jahren kurz vor Kriegsende ereilt. Er wurde am 21.04.1918 von einem schnöden australischen MG-Schützen abgeschossen und tödlich verwundet - der Beweis, daß selbst das strahlende Heldentum der kaiserlichen Propaganda schlußendlich der materiellen Überlegenheit seiner Gegener und der kühne Einzelkämpfer der Luft moderner Massenkriegstechnologie hoffnungslos unterlegen waren und der erste Weltkrieg tatsächlich die Pforte zur Hölle des entmenschlichten, anonymen, maschinell-technologischen Grauens endgültig geöffnet hatte..

  • About the Author: Vorgestellt von Gernot Roth